Mein Traum…

Sport spielt schon immer in mei­nem Leben eine gro­ße Rol­le. Und so ver­wun­dert es nicht, dass auch nach mei­ner Ampu­ta­ti­on Sport mir wie­der hilft, zurück ins Leben zu fin­den.

Die Teil­nah­me am Wup­per­ta­ler Schwe­be­bahn-Lauf 2019 und am Fisherman´s Friend Strong­man Run um den Füh­lin­ger See in Köln haben mir gezeigt, was ich leis­ten kann und dass ich mei­ne Gren­zen längst noch nicht erreicht habe. Wel­che sport­li­chen Fort­schrit­te ich mit mei­ner All­tags­pro­the­se errei­chen kann, habe ich bei mei­nen Starts am Mitt­som­mer-Lauf /​Plan B sowie beim Vir­tu­el­len Schwe­be­bahn-Lauf am 21. Juni 2020 gese­hen: Im Ver­gleich zu mei­ner Zeit beim Schwe­be­bahn-Lauf 2019 habe ich fast 20 Minu­ten weni­ger für die 5 km Stre­cke benö­tigt und mit 00:59:30 h mei­nen neu­en per­sön­li­chen Rekord über 5 km gesetzt.

Doch wie viel mehr könn­te ich errei­chen, wenn ich bei mei­nen Läu­fen mit einer spe­zi­el­len Sport­pro­the­se ver­sorgt wäre?


Vor­teil der Ver­sor­gung mit einer spe­zi­el­len Sport­pro­the­se wäre zum einen, dass die­se wesent­lich robus­ter gebaut ist als mei­ne All­tags­pro­the­se. Statt einem com­pu­ter­ge­steu­er­ten Knie­ge­lenk besitzt eine Sport­pro­the­se ein mecha­ni­sches Knie­ge­lenk, dass für sport­li­che Belas­tun­gen aus­ge­legt ist und dadurch weni­ger schnell ver­schleißt. Aber auch der Fuß ist anders kon­stru­iert: Statt einem Pro­the­sen­fuß, der auf Lauf­kom­fort aus­ge­legt ist, hat eine Sport­pro­the­se eine Car­bon-Feder, die mög­lichst viel Ener­gie beim Auf­tre­ten zurück­ge­ben kann und damit einem Sport­ler hilft, schnel­ler und wei­ter vor­an zu kom­men.

Da ich in den Genuss gekom­men bin, kurz­zei­tig eine sol­che Sport­pro­the­se zu tes­ten, weiß ich, was ich mit einer sol­chen Pro­the­se noch errei­chen könn­te. Ich bin mir auch bewusst, dass es für den Ein­satz einer sol­chen Sport­pro­the­se noch eines zusätz­li­chen und von einem Trai­ner ange­lei­te­ten Trai­nings bedarf. Wer mich kennt, weiß, dass ich bereit bin, alle Her­aus­for­de­run­gen auf mich zu neh­men, um mein Ziel zu errei­chen.

Obwohl ich sport­li­che Erfol­ge vor­wei­sen kann, habe ich kei­nen Anspruch auf eine Ver­sor­gung mit einer Sport­pro­the­se. Mei­ne Kran­ken­kas­se hat einen Antrag auf Kos­ten­über­nah­me für mei­ne Sport­pro­the­sen­ver­sor­gung mit der Begrün­dung abge­lehnt, dass die För­de­rung des Frei­zeit- und Ver­eins­sports grund­sätz­lich nicht zu den Auf­ga­ben der Kran­ken­kas­sen bei der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung gehört und dabei auf ein Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ver­wie­sen.

Zwar gibt es mitt­ler­wei­le durch­aus Ein­zel­fäl­le, in denen Betrof­fe­ne nach lan­gem Kampf die Ver­sor­gung mit einer Sport­pro­the­se geneh­migt wur­de, doch die­ser Weg ist lang und kos­ten­in­ten­siv.

Um mei­ne sport­li­chen Erfol­ge auch gegen­über der Kran­ken­kas­se als Beweis zu doku­men­tie­ren, beglei­ten mich seit mei­nem Start beim Wup­per­ta­ler Schwe­be­bahn­lauf 2019 auf mei­nen sport­li­chen Ver­an­stal­tun­gen die Foto­gra­fen Moni­ka Egli und Mat­thi­as San­dau und doku­men­tie­ren mit ihren Fotos und Vide­os mei­ne sport­li­chen Leis­tun­gen. Die Agen­tur Sim­ply Dif­fe­rent aus Pas­sau hat es über­nom­men, dafür zu sor­gen, dass die­se Fotos und Vide­os mit ent­spre­chen­den Tex­ten an die jewei­li­gen Medi­en gelan­gen und ver­öf­fent­licht wer­den.

Ich möch­te damit mei­ne Kran­ken­kas­se auf­rüt­teln…

Dass ich mei­ne Läu­fe mit All­tags­pro­the­se bestrei­te, ist nicht ohne Pro­ble­me: Zum einen scha­de ich damit mir selbst. Da mei­ne Alt­tags­pro­the­se nicht über eine ent­spre­chen­de Fede­rung ver­fügt, wer­den Stö­ße vom Auf­tre­ten direkt auf mei­nen Stumpf über­tra­gen – ein schmerz­haf­tes Unter­fan­gen. Aber auch mei­ne All­tags­pro­the­se ist einem höhe­ren Ver­schleiß aus­ge­setzt. Vor allem mein com­pu­ter­ge­steu­er­tes Knie­ge­lenk ist einer deut­lich höhe­ren Belas­tung aus­ge­setzt und müss­te daher häu­fi­ger in die War­tung, da ich mit mei­nen sport­li­chen Akti­vi­tä­ten die vor­ge­schrie­be­nen War­tungs­in­ter­val­le frü­her errei­che. Even­tu­ell kämen noch not­wen­di­ge Ver­schleiß­re­pa­ra­tu­ren dazu.

Irgend­wann wür­de wahr­schein­lich auch hier die Kran­ken­kas­se die Kos­ten­über­nah­me für War­tung und Repa­ra­tur able­hen…

Um mei­nem Ziel, der Ver­sor­gung mit einer Sport­pro­the­se näher zu kom­men, habe ich nun eine Crowd­fun­ding-Akti­on gestar­tet. Wer dabei mit­hel­fen möch­te, mich mei­nem Traum ein klei­nes Stück näher zu brin­gen, kommt über den Link https://www.paypal.com/pools/c/8qir2dA3FT zu mei­ner Spen­den­ak­ti­on.

Allen Spen­dern, die mit­hel­fen, sage ich schon heu­te ein herz­li­ches „Vergelt´s Gott… ”